Ich wurde 1970 in Helsinki geboren. Während meiner ganzen Kindheit habe ich getanzt, gesungen und Bilder gemalt, bis der Tanz mein Leben gänzlich eroberte. Nachdem ich 1987 Finnland im Eurovisionswettbewerb für junge Tänzer repräsentierte, wurde ich in die Ballettschule des Hamburg Balletts eingeladen. Nach dem Studienabschluss tanzte ich als Solist am Hamburg Ballett, Lines Ballet in San Francisco und Joffrey Ballet in Chicago.

Bereits als Tänzer choreographierte ich zahlreiche eigene Tanzstücke in Hamburg, San Francisco und Chicago. 1998 war ich Mitbegründer der spartenübergreifenden Kunstproduktionsfabrik KUNST-STOFF in San Francisco. In dieser ersten eigenen Kompanie verband ich die interdisziplinäre Aufgeschlossenheit meiner Kindheit mit dem Zeitgeist des Jahrtausendwechsels, indem wir verschiedene Kunstformen, Performance- und Tanztechniken synthetisierten und Brücken zwischen Vertretern verschiedener Kunst- und Bühnenrichtungen zu bauten.

Nach der Kreation von 15 Werken innerhalb von dreieinhalb Jahren kehrte ich im Jahr 2000 zurück nach Europa und arbeitete freiberuflich als Regisseur, Choreograph, Videokünstler und Tanzlehrer. Ich war besonders interessiert daran, mich choreographischen Zwängen zu lösen und mich mit dokumentarischen Ebenen durch die Arbeit mit Laien und Minderheiten zu befassen. In Helsinki wurde das Tanzstück mit professionellen und behinderten Tänzern “OLOTILA” – (ZuStand) mit dem Preis “Theaterereignis des Jahres 2000” ausgezeichnet. Es entstand in Zusammenarbeit mit Aufbruch und Gefangenen der JVA Tegel die Produktion IKARUS - ABFLUG TEGEL. Anschließend erweiterte ich meine Tätigkeit mit der fünfteiligen Fotoserie ABENDKLEID mit der 70jährigen, schwer behinderten Frau Tuuli Helkky Helle, sowie der Inszenierung der zeitgenössischen Oper “DER UNTERGANG DES HAUSES USHER”, die auf der Kurzgeschichte von E.A. Poe und einer unvollendeten Partitur Claude Debussys basiert.

2002 debütierte ich in Berlin mit PAA (Public Artistic Affairs). Seitdem habe ich eigene themenspezifische choreographische und strukturelle Improvisationsmetho-den entwickelt und mich weiter mit der vollwertigen dramaturgischen Beziehung zwischen Live-Video und Darsteller beschäftigt sowie mit der Integration von live komponierter elektronische Musik. Es fasziniert mich, Systeme zu kreieren, in denen alle Komponenten auf einander reagieren, kommunizieren und in denen ein Element das andere anregt. Die Identitätstrilogie „VORSTELLUNG - lassen Sie sich nicht überraschen!“„ MeMoRe – auf der Suchen nach dem roten Faden“ und „ÜBERHAUPTSÄCHLICH – ein Chorstück für einen Mann“ befasst sich mit dem Thema der Beziehung zu sich selbst: zuerst durch Wiederholung, Differenz und Selbstprojektion, dann durch Gedächtnis und Wachsen in der Beziehung zur Vergangenheit und durch Schichtung von Zeit und zuletzt durch Schizophrenie, innere Zerrissenheit und Grenzzustände.

Zurzeit befasse ich mich damit, einerseits meine Bühnenkunst und Medienpraxis weiter in Richtung interaktive Konstellationen zu entwickeln und das auszudrücken, was der Körper des 21. Jahrhundert zu sagen hat. Anderseits regt mich mittlerweile auch der Gedanke an, meine gesammelten Erfahrungen mit meiner Ballettvergangenheit zu verknüpfen, um in Erfahrung zu bringen, was daraus entstehen würde.

 





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